Friday, May 26, 2006

Nothing else

At the moment, I do miss a lot without being able to exactly tell you what that is.

Actually, I'm finally in that strange stage "between the languages" in which I had observed Klara once: When she struggled to find the proper expressions in Czech on the phone, when she didn't realise that she was addressing Sean in German and me in Czech etc.

I don't mix up the languages in that way, but I simply don't find the right expressions in German sometimes, mix up the spelling and when I want to express something, the English words come into my mind, but I'm not sufficiently fluent to link them together to the right phrase. So I got the structure of a German sentence combined with some English words - annoying.

Right now, Klara went jogging. As usually, she asked me to come with her after I had eaten... Anyway, it's Friday night, not the best time to go jogging in the city center (remember, pubs still do close at 11pm which was shortly after she left the house). I'm a bit concerned and therefore decided to stay up and wait on her to come back safe and soundly - which I'm pretty sure she'll do anyway.

It's the first time she does that, showing her momentanious state: Both of us, we're keen on finding a job over here finally. She told me that she might leave unless she finds a job in one week's time. Bollocks! But she doesn't have the money to stay any longer! So, please, give her a job, you little bastards..... Hmm, ok.

Entschuldigung, echt! Das passiert, wenn man die richtigen Worte nicht mehr findet! Sie ist also da draussen, ich selbst bin zu unruhig, schon schlafen zu gehen, zugleich aber sehr muede. Zu muede, als dass ich noch hier am tippen sein sollte, zugegebenermassen!

Aber: Ich hab' mir ja vorgenommen, wachzubleiben, zu warten bis sie wieder kommt. Die Leute hier sind manchmal naemlich sehr krass, vor allem, wenn sie getrunken haben. Mir ist vorhin erst aufgefallen, dass ich hier gar nicht nach draussen gehe nachts. Das hab' ich sonst immer gemacht - Aah, ich hoer' die Tuer, sie ist zurueck! Gut.

Ja, ich hatt' in Karlsruhe kein Problem damit, nachts allein durch die Gegend zu laufen. Hier ist das anders. Es passiert zu oft was.

So. Ich geh' dann mal runter. Gute Nacht.

Erwartung

Morgen bekomm' ich Besuch, das erste Mal! Aus der Heimat! Ich fass' es noch gar nicht und bin somit auch nicht wirklich aufgeregt. Aber ich freu' mich. Und ich hab' brav alles sauber gemacht und aufgeraeumt und ein Bett bezogen und und und....

Die Jungs hatten versprochen, das untere Bad zu putzen - und somit werden Klara und ich das morgen wohl noch machen muessen. Weil es das Einzige ist, das nicht gemacht wurde. Ja, ja, die alte Leier...

Ach ja, und wir haben keinen roten Teppich, und noch immer keinen Tisch und Stuehle.
Wir essen noch immer auf den Zimmern oder im Wohnzimmer.
Das Sofa ist unbequem.
Es gibt kein richtiges Brot hier.
Die Teesorten (ausser dem beruehmten englisch-schwarzen) sind etwas gewoehnungsbeduerftig. Wir haben hier inzwischen einen etwas kranken Tagesrythmus.
Die Matrazen in den Betten machen dich zum Fakir/Schlangenmensch (- selbst ich hab' manchmal blaue Flecken morgens, es ist eine Kunst, zwischen den Federn zu liegen).
Ich hab' sicher die falschen Vorraete eingekauft bzw. die richtigen und wichtigen nicht da.
Ich hab' nix geplant, was wir tun koennten, weil ich nicht weiss, was am besten ist......

Ok, ich bin doch etwas aufgeregt. Und ja, ich freu' mich wirklich! Jeppideiduuuh!

Vorwaerts scheitern

Einerseits und Andererseits:
Weiter gehen,
Fehler machen. -
Aufrecht stehen,
zwanghaft lachen.
Rueckwaerts schreiten. -
Vorwaerts scheitern.

Ich will Fehler machen, ich will weiter gehen, ich will hinfallen und wieder aufstehen.
Ich will das Risiko auf mich nehmen, auch mal gebueckt von all der Last am Straucheln sein.
Ich will versuchen und manchmal auch schaffen.
Ich will Fehler nehmen, wie sie kommen und sie ebenso wie meine Siege Gott zu Fuessen legen:

Deine Last, dein Sieg. Letztlich ist mir jeder Schritt Gewinn. Wenn ich nur gehe. Nach vorn. Es muss kein Schreiten sein.
Darauf kam ich durch eine Vineyard-Predigt, die hier online steht.



Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.
Phil. 1,21 (Luther)

Alive, I'm Christ's messenger; dead, I'm his bounty. Live versus even more Life! I can't lose.
Phil. 1,21 (Message)


Irgendwie denk' ich da nicht nur an das "tot" und "lebendig", wie wir es normalerweise sehen, sondern auch an die Situation von Paulus in dem Moment. An dieses Inaktiv-gemacht-sein: "Passiv" und "aktiv", "effektiv" und "ineffektiv". An die Frage/Unterscheidung von "Scheitern" oder "nicht Scheitern".

Letztlich, egal was hiervon zutrifft, gehen wir vorwaerts. Ich mein', Paulus sagt ja sogar kurz vorher, dass alles letztlich Gott dient, selbst wenn Leute aus falschen Motiven heraus Gottes Wort gepredigt haben (Verse 15 - 19).

Auch eine Sache, die ich mir zu Herzen nehmen will, wenn es darum geht, anderer Leute Motive unter die Lupe zu nehmen. Da ist also nicht nur das gute alte Splitter-und-Balken-Argument (,welches allein schon ausreichen koennte/sollte, mich zur Besinnung zu bringen), sondern auch dieses Argument: Gott weiss, was er draus macht.

Gott weiss, was er draus machen muss.

Wenn ich was versuche und nicht schaffe.
Wenn ich etwas tun soll und denke, dass ich es nicht schaffe.
Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich es tun soll (, geschweige denn, ob ich es schaffen werde).

Wenn jemand etwas versucht und nicht schafft.
Wenn jemand etwas (meiner Meinung nach) tun soll und es nicht tut (oder auch umgekehrt).
Wenn jemand sich nicht sicher ist, was er tun soll und wie und ich zu wissen meine, dass die Enscheidung, die er letztlich trifft, gaenzlich die falsche ist....
Wenn jemand (aus meiner Sicht) voellig falsch handelt, unvrantwortlich und nicht Gott-gemaess, ich ihn aber nicht daran hindern kann.

Dann wird Gott dennoch wissen, was er daraus machen muss und kann. Das soll nicht meine Sorge sein.

Vorwaerts scheitern. Das ist alles, was aus meiner Sicht herauskommen muss. Eine menschliche Definition, die ergaenzt wird durch die goettliche Dimension. Und was dann kommt, ist genug. Und nicht meine Sache!




Thursday, May 25, 2006

Ein kleines Wunder

Er ist recht haeufig bei den Nachbarn zu Besuch und spricht deutsch. Haben ein paar Male smalltalk gehalten, bis er mich letzte Woche gefragt hat, ob ich mich nicht mit ihm treffen mag, damit er sein Deutsch verbessern kann.

Er ist ein netter, aelterer Mann, sieht aus, als haett' er schon viel erlebt und hat etwas an sich, das mir gesagt hat, dass es in Ordnung ist, wiewohl ich ihn nicht kenne. Heute also sassen wir im Parkcafe und haben uns unterhalten.

Er ist interessant, das heisst, es macht Spass mit ihm zu reden. Er ist Christ, kam irgendwann heraus, und spaeter dann fragte er, ob ich Musik mache. Als ich erzaehlte, dass ich Querfloete spiele, hat er eine aus seinem Rucksack geholt, hihi, und bat mich zu spielen. Er sei nur Anfaenger. Naja, wir sassen draussen. Ich hab' das also gemacht, nach den ersten zwei Toenen macht es auch nichts mehr aus.

Ich habe ihn gefragt, zu welcher Kirche er geht und er meinte, er kenne viele Leute aus verschiedenen Gemeinden, sei vor allem in zwei Kirchen oefter (kenne ich beide), aber von der einen hat er vorsichtig angedeutet, da sei etwas nicht ganz so richtig, seinem Empfinden nach.

Das war genau die, wo es mir genauso ging, ich hab' also nachgehakt, und er erwaehnte genau das, was ich auch beobachtet hatte. Dass dort definitiv "gute Christen" sind und glaeubige Menschen, aber ein paar Dinge von Grund auf falsch sind. Man kann das spueren, wenn man dort ist. Das hoert sich seltsam an und darum war es mir wichtig, eine "fundierte Bestaetigung" zu bekommen.

Und das Ganze war etwas irreal. David, so heisst er, kennt die halbe Stadt (er erklaerte mir, er habe viele Freunde, weil er mit Obdachlosen gearbeitet habe etc. und schon lange in Lincoln wohne), so scheint es. Also sass ich im Cafe, war ploetzlich im Gespraech mit Leuten vom Nebentisch und haeufig kamen Menschen vorbei, die kurz ein paar Worte mit ihm gewechselt haben.

Ja. Und so zeigt mir Gott, dass er seine eigenen Wege hat. Dass ich gar nicht so allein bin, wie ich dachte. Dass auch der Kette rauchende aeltere Mann mit dem Fahrrad, der regelmaessig meinen verrueckten Nachbar besucht, Teil seines Plans ist. Dass er mir jederzeit jemanden ueber den Weg schicken kann, voellig unerwartet.

Wednesday, May 24, 2006

And're schreiben noch.

Der Saemann - den ich nicht kenne, nur seinen Blog - hat einen besonders schoenen Artikel veroeffentlicht.

stillStand

zum fruehstueck fern gesehen.
spaeter das haus gesaugt, stundenlang.
dann die boeden gewischt, auch stundenlang.
waesche gewaschen und im wind wie fahnen trocknen lassen.
sah schoen aus und riecht jetzt gut.
spaeter noch gegessen.
danach erst fern gesehen.
jetzt treib' ich die zeit zum fenster raus und wart' auf's schlafengeh'n.
dazwischen war viel - und nichts zugleich.
stillstand. und doch geht der tag.

Sunday, May 21, 2006

aufgerafft

heute morgen fiel mir auf, dass wahrscheinlich sonntag ist und ich gerne in den gottesdienst gehen wuerde. bin ich auch. gut war, was die zwei paare gesagt haben, bevor sie getauft wurden. gut war, dass ich im gottesdienst war. gut war manches. aber ich war ein bisschen traurig spaeter und hab mir gewuenscht, es waer alles anders.

und mir fiel wieder mal auf, dass ich es nicht mag, wenn ein gottesdienst aus einer aneinanderreihung von predigten besteht. wenn die begruessung eine kurzpredigt ist, die ankuendigungen, das gebet sowieso (und das mehrfach zu verschiedenen anlaessen), irgendwelche zwischenteile, bis in bzw. aus all dem gewirr - wie der phoenix aus der asche der ermuedeten zuhoererschaft - doch tatsaechlich noch die eine und offiziell wohl einzige haupt-predigt ersteht.

ich kaempfe dann mit einem gemisch aus unwillen, schlechtem gewissen und extremer muedigkeit bzw. abschweifenden gedanken und in diese masse an regelmaessig abschweifenden gedankengaengen mischen sich unauffaellig auch diejenigen, die mich traurig machen, muede und enttaeuscht. es ist schade, wenn das einzig richtig gute an einem gottesdienst die tatsache ist, dass ich ueberhaupt erst hingegangen bin.