Jaeger und Sammler
Es gibt so eine Art "Sammelpredigt", finde ich. Also die, die 1000 Punkte anschneiden, zumindest auf dem Weg von A nach B ueberall etwas mitnehmen.
Je nachdem, wer diese Art von Predigten haelt bzw. sicher auch, wer - in welchem Grad von Wachheit und Zuhoerbereitschaft - zuhoert, koennen diese Sammlerpredigten sehr reich sein, sehr viel bewegen und anregen.
Ausserdem mag ich es, ein bisschen abschweifen zu duerfen (weil der Sammlerprediger an der Ecke X etwas gesagt hat, das mich dazu anregt, vom Hauptweg, also dem von A nach B, ab- und ein paar Meilen in die jeweilige Richtung entlang des Nebenwegs (beginnend bei Punkt X) zu gehen. Das kann ich beim Sammler, weil ich selbst dann immer noch etwas aufsammeln kann, wenn ich 5 oder auch 7 Minuten hinter der grossen Wandergruppe (= Zuhoererschaft) hinterhergedackelt komme, nachdem ich vom kleinen Abzweig den Weg zum Hauptpfad wiedergefunden habe. Auch dann, wenn ich den Rest des Trupps nicht wieder aufholen kann.
Allerdings nervt es mich, immer sammeln zu muessen. Ist wohl die Bequemlichkeit. Deshalb liebe ich es, wenn hie und da ein netter Mensch fuer mich den Job schon erledigt hat: Die Jaegerpredigt also: Der nette Mann (- vielleicht auch mal eine nette Dame, aber das ist halt seltener der Fall - ) hinter der Kanzel bzw. dem Mikrofon hat das Wild schon erlegt, ich bekomme Happen fuer Happen gereicht, essfertig zubereitet. Und im Idealfall behalte ich sogar den Ueberblick und weiss hinterher, ob es ein Ochs oder ein Schaf war. Der Nachteil hierbei ist, dass, wenn der Unterschenkel fehlt und zudem auch die Eingeweide, ich eben nicht werde sagen koennen, was mir verabreicht wurde.....
Naja, das nur zum Jagen und Sammeln.
Ach, und manchmal sammle ich selbst oder gehe auf Jagd. Das ist, wenn keiner vorne steht und spricht. Und letztlich kommt das gleiche raus: Entweder etwas oder nichts oder Schrott.

