Saturday, January 28, 2006

Schlau gemacht

... zumindest hab ich's versucht. Mich schlau zu machen. Was ein eventuelles Studium angeht.

Ich weiss viel mehr und doch weniger:

Ein unendlich scheinender Katalog undefinierter und teils unformulierbarer Fragen tut sich auf.

Vor allem aus den Bereichen 1. Will ich und was? 2. Kann ich und was? 3. Soll ich und was? 4. Und ueberhaupt...

Droge TV kann da nur helfen. Nehme ich meist ca 1/60 so haeufig ein wie 1 Tasse Kaffee ( letzteren naemlich durchschnittlich 2 mal am Tag). Fern sehe ich vielleicht einmal im Monat.

Ok, das ist untertrieben, also sagen wir 1/15 - oder besser: Lassen wir diese schlechte Version pseudo-mathematischer Herangehensweisen.

Ich bin verwirrt und unsicher und hab Lust auf fernsehen. Darum gehts.


Up(2)date

Meine wunderschoenen Tulpen stehen jetzt in einer richtigen echten Vase.

Charity! Ich bin unheimlich wohltaetig in letzter Zeit - unter anderem.

Sie ist blassblau, beinahe weiss, und einfach schlicht. Ein nach aussen gewolbter und sich nach oben hin oeffnender Zylinder. Perfekt fuer Tulpen.

Allerdings war das zweckentfremdete Rot auch sehr schoen. Aber nur das Rot.

Dieses Rot fehlt in diesem Zimmer. Danach muss ich suchen - muesste ich, wenn ich bliebe. Doch ich bleibe nicht.

Ich wollte zum Supermarkt radeln, solange die Sonne mich mit Glueckshormonen vollpumpt. Sie geht gerade unter. Gluecklich bin ich gerade auch so.


Mir faellt auf, dass es zu wenige Woerter gibt dafuer. Fuer die verschiedenen Gluecklichseinsachen. Nur ein kurzes Hoch haben, wegen der Sonne sich freuend, von "The Bloke" begeistert strahlend, ....

The Bloke, das ist Jesus. Habe gerade ein Buch fertig gelesen, das eigentlich nur ein weiteres von vielen schlechten Kitschromanen mit zweifelhaftem Inhalt zur Entspannung etc. sein sollte.

Ich war von Anfang an gefangen in einer Kombination aus Ekel, Spannung, Interesse, Langeweile. Das Buch geht um Heilung in London. Das wusste ich nicht, als ich es (wen wunderts - wiederum Charity) 2nd-hand erstanden habe.

Um einen Heterosexuellen, der unter Homosexuellen als Prostituierte arbeitet. Ueber sehr seltsame Dinge, dennoch aber ziemlich realistisch und letztlich nicht schlecht.

Wie er "The Bloke" begegnet, wie sein Leben sich wandelt. Seine krankhaften Zuege, seine ach so gut versteckte Hilflosigkeit, die Abhaengigkeiten.

Aber ein Buch, in dem auch scheisse steht - meiner Meinung nach. Weil ich nicht viel von schwulen Priestern halte (der Protagonist uebrigens auch nicht), weil zwar deutlich drinsteht: entweder du gehst den Bach runter oder du gehst du Jesus, aber auch ein paar verwaschene Jesus ist fuer alle da-Sachen, die man in verschiedene Richtungen deuten kann.

Fuer jemanden, der weiss, wo er gehen muss, aber ein gutes Buch. Auch von der Psychoseite her. Finde ich. Keinesfalls lupenrein, keinesfalls frei von allen Klischees, aber provokant und bewegend (anfangs aber teils eher abstossend, das Ganze aber bewusst).

Heisst "The Heartbreaker" von Susan Howatch - und hat nichts mit dem zu tun, was der Titel erahnen laesst. Ich denke, das Spiel mit eben diesen Erwartungen macht einen Teil des Reizes dieses Buches aus.

Nix faellt mir als Titel ein.

Im Augenblick

Wunderschoene Tulpen hab ich im einzigen zweckentfremdbar-geeigneten Gefaess dieses Hauses steh'n und freu' mich so sehr dran, dass ich gerne ein Bild machen wuerde und es teilen. Ich liebe Tulpen, deshalb auch konnt' ich nicht widerstehen.

Meine Schwester hat mir grad' erzaehlt, sie haetten Schnee, das kann ich mir derzeit beim besten Willen nicht vorstellen. Ausserdem kommt sie bald, bald, darauf freu' ich mich - und auch ueber den unerwarteten Anruf.

Komisch war der andere Typ, den wir kurz in der Leitung hatten. Woher der sich zu uns verirrt hat? War echt seltsam. Meine Theorie ist, dass mein einer Mitbewohner, der immer per Headset mit seinen Internetzockkolleeschen korrespondiert, da reingeraten ist. Aber ist das technisch moeglich? War ein tragbares Telefon, vielleicht also schon.

Ich bin echt verwoehnt, denn gestern hat mein lieber Bruder ebenso unerwartet angerufen, das war toll!

Draussen scheint die Sonne, ich bin eher gespannt auf das, was kommen mag als dass ich Angst haette - im Augenblick.

Im Bad heute morgen sind wie immer die Gedanken abgeschweift und ich hab sicher mal wieder zu lange gebraucht, weil ich sicher wieder da stand und die Zeit und meine Umgebung vergessen hatte.

(Leute, das wird extrem lang heute, da Abhandlung der derzeit wichtigsten Ablaeufe in meiner inneren Welt. Wenn auch kurz gefasst verglichen mit dem, was in mir abgeht, dennoch lang fuer euch zu lesen. Aber kein Zwang zu lesen, klar, also lasst es, wenns euch zu viel wird. Darum geht's ja nicht.)

Bald vielleicht

Ich weiss jetzt, dass die Pruefungszeit "voraussichtlich" vom 24. April bis 12. Mai ist. Dann bin ich fertig hier.

Koennte nun anscheinend doch ein Jahr fuer diverse Master dranhaengen, hat man uns grade mitgeteilt. Laecherlich eigentlich, was ich alles erreichen koennte in einem Jahr, wofuer ich meiner Meinung nach gar keine Qualifikation hab'. Koennt sogar ein Rechtstudium abschliessen! Stellt euch das mal vor! Ich hab doch keinen Plan davon und mir kann keiner erzaehlen, dass ich das in einem Jahr - englisches Tempo/Niveau miteinberechnet - hinkriegen wuerde!

Aber ich moechte das nicht. Brauche keinen Master in diesem oder sonst irgendeinem verwandten Fach, ich moechte da nicht bleiben.

Derzeit interessiert mich das ganze Zeug zwar, denn seit den Assignments, die ein ziemlich harter Kampf waren, weiss ich so ziemlich Bescheid und das macht das ganze echt spannend. Aber dennoch kein Lebensziel.

Ich ueberlege auch hin und her - wie so viele derzeit offenbar, nach dem, was ich E-Mails, Gespraechen, Blog-Posts etc. entnehmen kann.

Was soll werden?

Ueberlege eigentlich auf hauptsaechlich zwei Bahnen:

Entweder Plan A, was bedeutet:

Ich schau, dass ich auf diese Managerschule bei Koeln komme, eine FH, die wie eine BA aufgebaut ist. Das heisst, man bekommt Geld, arbeitet bzw. studiert in Bloecken, bekommt Geld bzw. das Studium durch das entsprechende Unternehmen finanziert und ist in drei Jahren fertig, hat gleich einen Job und das im Top-Segment.

Ich koennte das, koennte evtl. sogar um ein Jahr abkuerzen, weil ich das erforderliche Jahr im Ausland schon absolviert habe und so weiter.

ABER: Ich will auf Dauer nicht ins Management, ich waere gewiss gut, einfach, weil ich einen gewissen Ehrgeiz habe und die ganze Strategieschiene etc. ganz gerne mag. Aber ich bin nicht kaltschnaeuzig genug, und auch nicht selbstbewusst genug, ich bin nicht die Workoholic-im-Buero-Lady bzw. nicht bereit dazu, zu einer solchen zu werden.

Ausserdem mag ich kreative Dinge, Menschen (nicht als Arbeit-Delegier-Opfer!) und Zeit fuer einen Spaziergang oder einen Mittag im Cafe oder was auch immer. Waere nicht gegeben. Und ich hasse es, permanent am Schreibtisch zu sitzen, das macht mich krank, im wahrsten Sinne des Wortes.

Zumindest ist das meine "Notloesung" derzeit, gemaess dem Motto "Wenn nicht anders, dann so.", und "Gott wird wissen, wozu das nuetzlich ist.". Eine Sache also, auf die ich zurueckkommen kann, wenn alles andere nicht laeuft. Ebenso wie das Masterprogramm hier.

Dann ist da noch Plan B, kein Plan im eigentlichen Sinn: Immer diese Sache mit Psychologie. Das war schon immer im Hinterkopf. Aber da war auch diese Konfrontation mit den Gedanken: Ich fuerchte, dass ich das nicht schaffen kann, dass das Studium so schrecklich wird und langweilig, ausserdem dauert es so lange und so weiter.

Und dann? Was tu ich dann? Wenn ich es mal schaffe?

(Eigentlich weiss ich ja, dass , wenn ich will, ich es auch schaffe. War immer so, wird immer so sein. Daran glaube ich.)

Das Problem fuer mich ist, rauszubekommen, was ich will. Fuer mich bedeutet das, rauszukriegen, was mein Weg mit Gott sein soll. Ohne ihn will ich nicht gehn, will also auch nichts, was er nicht will. Klar.

Auch der Kampf mit diesen vielen Zweifeln und Fragen: Will ich Familie? Wenn ja, wo soll das denn bitte reinpassen? Was ist mit diesem Kindheitstraum, dass ich mich mal um Menschen kuemmern werde? Wo passt das rein?

Dieser Tag beim Mittagessen, wo ich wusste, dass Gott will, dass ich Missionar werde und geweint habe, weil es so viel schien und schwer. Und Mama mich getroestet hat.

Viele, viele Dinge, die da reinspielen. Keine Frage.

Ich tendiere zur sicheren Sache, zum Geld verdienen etc. Aber ich weiss, dass ich ohne Zoegern bereit bin, dass alles ueber Bord zu werfen, wenn ich nur den Sinn darin sehe, den Weg, den ich gehen soll.

Im Hinterkopf hab ich Schreiben, Journalismus, die alte Missionarsgeschichte, Helfen, Sprachen, Kinder, Kunst, kreative Ansaetze etc.

Aber ich weiss, dass ich das nicht vornehmlich machen werde: Nicht Medizin, kein Journalismusstudium oder Literatur oder was auch immer, Bibelschule, wenn ueberhaupt, dann zusaetzlich, keine Sozialpaedagogik, kein Kunststudium.

Soviel weiss ich schon. Der Rest kommt auch noch. Geduld und Vertrauen. Nicht meine Staerke. Kommentare hoere ich gerne. Gebet kann ich auch brauchen. Immer. Klar.

Und betet fuer die Anne.

Wednesday, January 25, 2006

Geschafft



Waesche gewaschen.
Bett frisch bezogen.
Essen gekocht.
"Hausaufgaben" gemacht.
Zimmer in Richtung Fruehjahr getunt.
Ruhe gehabt.
Es genossen, allein zu sein.
Ich glaub, das hat mir lang gefehlt.
Komisch.
Haett' auch das Haus verlassen sollen:
Sonnig und frisch, aber kalt durchs Fenster.
Morgen ist auch noch ein Tag.


Versaeumt

Seit dem Fruehstueck zu essen vergessen.
Versaeumt, rechtzeitig die Kueche in Beschlag zu nehmen.
Mitbewohner 1 ist fertig mit kochen, schon eine ganze Weile.
Mitbewohner 5 und 6 sind dummerweise gerade nach unten gegangen.
Mist.
Kann dauern.
Hoffentlich wollen die heute nur Fertigsuppe (unwahrscheinlich)!

Aber zufrieden mit mir: Ganz freiwillig ganz entspannt ganz viel hingekriegt heute.

Neuer Tag

Keine Ahnung, ob das unklug ist, aber ich behandle mein Ohr (otitis externa mal wieder) mit einer Cortisonsalbe (ziemlich niedrige Dosis, sollte also kein Problem sein) und es juckt ohne Ende, ist also am heilen und das ist gut.

Klara ist heute sehr frueh zum Zug geeilt, bin nicht aufgestanden, kenne die Hektik vor dem Abreisen, da laesst man sie besser in Ruhe.

Ich habe also 10 Tage fuer mich alleine, das ist ok so. Ich hoffe, sie erholt sich derweil in "Czechland" - so hat es unser Mitbewohner unwillentlich getauft.

Haben in der Zwischenzeit uebrigens auch sein Zimmer (also das des anderen) erfolgreich umkonstruiert, er war erstaunt, dass es ihm gefaellt und wir was gedacht haben. Nein, kein Kabelsalat, nein, keine Deko auf Kosten der Funktionalitaet. Alles praktisch und zugleich schoen. Hehe, und wir stolz wie ein Schneekoenig.

Ich muss einiges tun und mal schaun, wieviel davon ich tatsaechlich erledigt bekomme.

Mein Muesli schmeckt nicht mehr. Der Kaffee ist leer. Tragoedie des Alltags.

Tuesday, January 24, 2006

Keine Lust

Ohr tut weh.
Fahrrad schon wieder kaputt.
Wenn ich schon aus Hoeflichkeit dieses Monstrum wieder fahren muss, dann sollt's nicht direkt vor der Haustuer gleich den Geist aufgeben.
Muss mir 'ne Strategie ueberlegen, das Teil zu ersetzen.

Bin genervt von Moechtegernheimwerkertum, das mir auch noch die zunehmend schwere Buerde der Dankbarkeit aufzwingt: Komme mir so verdammt unehrlich vor und muss es dennoch sein, schliesslich erkenne ich die Blueter dieser altruistischen Neigungen dennoch an.

Aber ich bin"angepisst", um eine gewisse Lady zu zitieren, die derzeit beginnt, englisch-unflaetiges Vokabular in lupenreines Deutsch zu uebersetzen und mich damit noch immer manchmal etwas zu schocken.




Enttaeuscht und wuetend: Ungerecht so manches.

Hmm, das Ohr und die wieder nicht funktionierende Heizung. Die erstaunte Mitbewohnerin: "Also du hast ja echt Pech, bei dir laeuft immer alles so eindeutig schief und du kannst noch nicht einmal etwas dafuer!" Super, das ist mir derzeit auch ziemlich bewusst.

Hehe, drum lese ich jetzt und ignorier' die boese Welt da draussen! Damit ihr's wisst...

Monday, January 23, 2006

Mich gedrueckt

Gilt nicht. Also los geht's:

Krieg der Welten.

So anstrengend, ihnen zu begegnen.
Unbewusst sage ich automatisch das Richtige, handle richtig.
Zensiere mein Verhalten selbst im Voraus.

Und mag das nicht.
Unbewusst unehrlich sein.
So kommt es mir vor.

In manchen christlichen Kreisen bin ich so eingeengt:

In einem Fall ist es "brav sein", fromm sein. Wortschatz kontrollieren, Kleidungsstil neutralisieren, Emotionen unterdruecken, sich selbst vereinheitlichen. Trinken nur zu Hause bitte, tanzen bitte standard, nicht im Club. Natuerlich musst du nicht, ich dachte nur....

Im anderen ist es "worshippen", Gemeindeausflug mit Grossfamilien, laessig-frommes Gelaber, gut beten, Gemeindeaufbau, fuer Gott unterwegs, bei Jesus zuhause, voll dabei, Hauskreis, Prayday, Gebetsanliegen, Andacht. Das ist ja voll krass, wie du im Glauben stehst...

Vereinheitlichen. Nicht anders sein. Zu Gott gehoeren = Gleich sein. NEIN! Scheiss drauf, aber das will ich nicht.

Ich fuehl mich unwohl, wenn ich daran denke bzw. dem begegne, mich gefangen.

Und es faellt mir verdammt schwer, nicht zu urteilen, um Abstand zu bekommen, atmen zu koennen.

Verdammt ist ein Wort, dass ich nicht benutzen moechte, weil ich es selbst scheisse finde, ABER es ist ein so verdammt guter Lueckenfueller, sehr, sehr gut zum betonen.

Hat jemand aequivalenten Ersatz zu bieten. Nicht weil man's nicht macht (ich sag' auch scheisse, wenn ich was scheisse finde), aber weil mich die Aussage ein bisschen stoert: Muss nicht sein.

Mensch, ich bin so froh, dass es euch gibt, die ihr nach Jesus guckt und nicht Gottes Kreativitaet auf einen Stil reduziert, der euch grade fromm erscheint und richtig:

Lebensstil, Kleidungsstil, Redewendung - : Schwimmstil, Fahrstil, Schreibstil, Gehstil, Sterbstil, Lachstil, Tanzstil - ooh, nein, nicht tanzen! - Glaubstil, Singstil, Spielstil, Essstil, Eisstil, Besenstil, Kaufstil, Raubstil, Sehstil, Hoerstil, Fehlstil, Dummstil....



Schlaue Worte oder Was soll's?

Ein Tag faengt nie an,
ohne dass ein anderer aufgehoert hat.

Hr. Winter

Cold again.
Winter's back.

Hard man in frosty shoes.

Stamping slowly
Through frozen
Woods and fields.

White breeze,
Last sneeze.

He's gone.

Gluehend rot

Heute sind mir auf dem Fahrrad die Haende kalt geworden.

Es war so mild die letzten Tage, ich kam gar nicht auf die Idee, bei strahlendem Sonnenschein ploetzlich Handschuhe zu tragen.

Also haben meine Haende doch im Fahrtwind enorm gelitten, die armen.
Musste sie erst mal unter kaltem Wasser auftauen und das hat ganz schoen weg getan.

Es ist heute ca. 10 Grad kaelter als es gestern noch war. Vielleicht erwischt uns die Kaeltewelle doch noch.

Habe auch im Schnee keine Winterjacke und keine Handschuhe oder Schal oder so getragen (hatte bis vor kurzem gar keine). Heute allerdings haetten zumindest Handschuhe mir gutgetan.
Klara fliegt am Mittwoch und hat nicht mal gefuetterte oder auch nur praktische Schuhe. In Tschechien herrschen Schnee und Temperaturen unter - 20 Grad Celsius.

Ich werde ihr meine Motorradunterwaesche aufzwingen und vielleicht auch einen weiteren warmen Pullover.... So geht sie mir nicht aus dem Haus, grins.

Sunday, January 22, 2006

Antwort/Puzzleteil

Zitat Jesus.de-Newsletter, der einzige, den ich bekomme und der mir manchmal Nutzen bringt:


Psalm 4,9:
"Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne."

1.Korinther 3,16:
Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?




Es ist nun schon einige Jahre her, dass ein kleiner broschierter Straßenatlas in unser Haus flatterte, ein Werbegeschenk des Roten Kreuzes. Die Rückseite dieses nützlichen Begleiters war wie eine Anzeige gestaltet. Unter der Überschrift »Das Abenteuer Menschlichkeit: A52/Breitscheid, 13.1.99, 3.1 Uhr« befand sich ein Foto von einem Verletzten, um den sich zwei Rettungssanitäter kümmern. In der rechten oberen Ecke war ein Dienstausweis abgebildet, und darunter stand der Text: »Ich wünschte, es würde den Regen nicht geben. Ich wünschte, es würde die Nacht nicht geben und die Discos und die müden Fahrer und den Alkohol. Ich wünschte, sie würden begreifen, wie zerbrechlich sie sind. Und ich wünschte, ich wäre zu Hause im Bett. Warum ich das hier tue? Weil ich es kann.«

Vor allem die beiden letzten Sätze haben mich damals tief bewegt.

Ist es nicht oft so, dass uns unsere Arbeit mühsam und
schwierig erscheint und dass wir uns nach anderen Aufgaben sehnen, die einfacher zu bewältigen sind, mehr Freude machen oder mehr Erfüllung versprechen? Wenn wir so empfinden, kann es sein, dass Gott uns zeigen möchte, dass er etwas anderes für uns hat, sei es im Berufsleben, sei es in seinem Dienst. Es kann aber auch sein, dass wir in solch einer Situation lernen sollen, unsere gegenwärtige Aufgabe bewusst und von Herzen anzunehmen – weil das die Aufgabe ist, zu der Gott uns befähigt hat und mit der wir ihm und unseren Nächsten am besten dienen können. »Warum ich das hier tue? Weil ich es kann.«

Wie jeder eine Gnadengabe empfangen hat, so dient damit einander als gute Verwalter der verschiedenartigen Gnade Gottes! 1. Petrus 4,10

Ein bisschen verwirrt.

Ich bin grade etwas durcheinander und habe lauter unangenehme Gedanken in alle Richtungen.
Normalerweise sollte ich dann einfach schlafen gehen, aber es ist noch zu frueh und ich zudem nicht wirklich muede.

Bin brav am E-Mail beantworten, ein bisschen nervig auch heute, eben, weil ich gerne Ruhe haette und nachdenken wuerde: Auszeit.

Wahrscheinlich nur ein bisschen verkappte Version von Nervositaet, denn ich muss morgen noch Spanisch schreiben.

Vielleicht auch die Auswirkung des guten, aber eindeutig etwas perversen und aufruettelnden Filmes "Jamon Jamon", den ich gerade gleich zweimal gesehen und auf seine Symbolik hin gescannt habe.

Ich war wieder nicht einkaufen heute und werde morgen keinen Joghurt fuers Muesli und kein Brot fuer die Alternative Brot mit Aufstrich haben. Selbst schuld. Macht aber nichts. Notfalls ess' ich halt Nudeln ;)

Auf jeden Fall stehe ich gerade im Dreieck von einerseits Erinnerungen, die ich nicht einzuordnen weiss und die ebenso undefinierbare Gefuehle in mir hervorrufen, von Pflicht, Alltag und Fragen dazu auf der zweiten Seite und drittens von Plaenen, die es zu machen gilt und die zu machen ich nicht bereit bin.

Luftleerer Raum:

Einerseits nichts, das mich haelt. Schweben.
Andererseits, nichts, das mich haelt. Schweben.

Frei und haltlos.

Frei und ein bisschen verloren. Manchmal.

Mir ist ein bisschen kalt und ich wuerde wirklich gerne schon schlafen gehen: Vielleicht umziehen und Stunden noch lesen. Heute ginge das. Warum also nicht? Gute Idee.

Gut' Nacht!

Der Herr segne dich und behuete dich!

(Das haben meine Eltern immer gesagt, wenn wir aus der Tuere gingen.
Es hatte einen besonderen Klang und ich mochte das. Ich hatte kaum noch daran gedacht, als meine Mutter das kuerzlich wieder sagte und ich weinen musste. Als Kind war mir nicht klar, wie oft und wie sehr sie mich gesegnet hatten. Und doch war er immer da, der Segen. Ueber mir. Begleitet. Bewahrt. Beruehrt.)