Saturday, October 22, 2005

Lincoln

ich liebe diese stadt. ich laufe abends allein an der kathedrale vorbei, den wunderschoenen haeusern, und bedaure, dass ich das alles nicht fassen kann. nicht richtig aufnehmen, wie auch immer das dann waere, wenn ichs koennte.

irgendwas sagt mir nur, dass ich irgendwann andere "tueren" hatte, dass augen, ohren, nase, herz anders auf und zu gingen und dinge intensiver hereinkamen. schlechtes bild, verkitscht, aber ich finde, es trifft zu.

egal, es war wunderschoen kuerzlich, da draussen, und ich liebe den herbst, die blaetter im park grad 2 minuten von hier, wenigstens das. ich mag gruen doch so sehr! oder eben bunt, ist ja herbst.

habe blaetter und kastanien und deren schalen mit heimgenommen, im zimmer verteilt. auch ein paar mandarinen. aber es riecht hier nicht so toll wie draussen.

muss heute noch raus gehn. irgendwie muss ich das schaffen. ich lerne ohnehin jetzt noch nichts.

wie ein tagebuch..

ja, das ist wie ein tagebuch hier, ordentlicher irgendwie, nicht ganz so persoenlich und irgendwann natuerlich wird wohl irgendwer das lesen, was ich hier schreibe.

also, daran werd ich natuerlich denken, werds zumindest im hinterkopf behalten.

oh-oh! ich weiss jetzt schon, was mein groesstes problem hier darstellt: ich schreibe zuviel, das ist wie beim reden bei mir. Viel, unbedeutend, unbefriedigend,...

aber egal, bisher liests ja noch keiner, nicht wahr? zumindest niemand, den ich kenne. glaub ich.


meine mitbewohnerin und irgendwie auch freundin klara spricht in ihrem zimmer mit unserm mitbewohner sean, sie hat grad ein sehr kompliziertes leben, aber sie ist ungemein stark. so zuminest sehe ich das.

ich dagegen sass vor dem kostenvoranschlag des motorradhaendlers und hab geweint. weine jetzt mal wieder - nur kurz, nur ein bisschen, das ist selbstmitleid, schaetze ich, aber ich steh dazu - , habe nicht das geld, noch keinen job, wuerde gern raus aus dieser stadt in die natur, wieder durchatmen koenen.

Wuensche mir, endlich allein zu sein und fuer mich und doch irgendwie ueberhaupt nicht. schon verzwickt, das innenleben, nicht wahr?

ausserdem hab ich viel zu tun und fang nicht mal richtig an, weil ich keine moeglichkeit sehe, prioritaeten zu setzen, nicht weiss, wie ich wo beginnen soll. lady, wo ist dein organisationstalent geblieben? ich bin sehr gut darin, so lange es nicht um mich geht. ich bin in vielem ziemlich gut, so lang ich selbst auf distanz bleiben kann. das kann ich momentan definitiv nicht.

und ich schaetze, ich fuehle mich einsam. aber sicher bin ich mir nicht, ich hatte bisher eigentlich immer eher weniger kontakte als jetzt. glaub ich.

wenn ich mir was wuenschen koennte fuer mein leben, dann waeren das folgende dinge: ueberblick und schnelles verarbeiten-koennen, die faehigkeit, beziehungen zu knuepfen und zu unterhalten, viel, viel kraft und energie, mehr mut, mehr freude.

so, romane schreibe ich, das war mir ja im voraus schon klar. ein guter ersatz.

Friday, October 21, 2005

Ja - Nein = JAIN


Ich bin mir grad ueberhaupt nicht mehr sicher, ob ich einen Blog moechte.

Zu spaet? – Nein, nicht wirklich, schliesslich kann ich dieses Ding hier, wann immer ich moechte, beenden wie eine allzu belastende Therapie oder so.


Mal sehn.

Ich schreibe ja gern. – Aber wer bitteschoen soll das alles lesen?

Ich dekoriere auch gern mein Zimmer, aber ich habe selten Besuch.

Ich koche gern, aber esse ungern alles allein auf (3 Tage dasselbe …).

Ich rede (zu) gern. Aber eigentlich ist es mir unangenehm, wenn jemand zuhoert.